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Beratungszentrum Bundeswehr-Wirtschaft
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Prozessorientierte Beratung und Schweißtechnische Qualifizierung PDF Drucken E-Mail

32. Treffen des Arbeitskreises Bundeswehr & Handwerk in der Nahe-Region

Beim 32. Treffen des Arbeitskreises Bundeswehr & Handwerk kamen Abordnungen aus Truppe, Berufsförderungsdienst und Wehrdienstberatung im HwK-Zentrum für Restaurierung und Denkmalpflege in Herrstein zusammen. Prominenter Gast war Brigadegeneral Jürgen Knappe (vorne links), stellvertretender Befehlshaber im Wehrbereich II. Foto: HwK
Beim 32. Treffen des Arbeitskreises Bundeswehr & Handwerk kamen Abordnungen aus Truppe, Berufsförderungsdienst und Wehrdienstberatung im HwK-Zentrum für Restaurierung und Denkmalpflege in Herrstein zusammen. Prominenter Gast war Brigadegeneral Jürgen Knappe (vorne links), stellvertretender Befehlshaber im Wehrbereich II. Foto: HwK

Zum 32. Mal trafen sich die Mitglieder des Arbeitskreises Bundeswehr & Handwerk in der Nahe-Region. Als Gast war Brigadegeneral Jürgen Knappe, stellvertretender Befehlshaber und Beauftragter für die Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und Wirtschaft im Wehrbereich II anwesend.

Er unterstrich in seinem Grußwort die Bedeutung von Beratung und Qualifizierung der Zeitsoldaten (SaZ) für eine Integration in den Zivilberuf sowie für nachhaltiges Interesse an einer Beorderung als Reservist. Er betrachte die Ansprache und Begleitung der nur für begrenzte Zeit verfügbaren SaZ als „Chefsache“ und wolle sich dafür einsetzen, dass die vom Beratungszentrum Bundeswehr-Wirtschaft (BzBwWi) hervorragend wahrgenommene Koordination zwischen militärischen und zivilen Institutionen über die Grenzen der militärischen Organisationsbereiche hinweg wehrbereichsweit möglich werde.

Oberst d.R. Hans-Joachim Benner, Leiter des BzBwWi, begleitet mit dem Zentrum unter dem Dach der Handwerkskammer Koblenz die Soldaten vor, während und nach der Militärzeit durch Information und konzeptionelle Grundlagenarbeit. Über die Zahlen zur Beratungstätigkeit hinaus stellte er aktuelle Projekte mit dem Verteidigungsministerium, dem Diezer Logistik-Regiment sowie der 2. Luftwaffendivision in Birkenfeld sowie in Planung befindliche Projekte und Modellvorhaben vor. Die Diskussion machte deutlich, dass SaZ selbst viel stärker zur Teilnahme an Beratungs- und Orientierungsveranstaltungen angehalten werden müssten. General Knappe bezeichnete es als selbstverständlich, dass sie „Job- und Bildungsmessen“ in Begleitung ihrer Vorgesetzten besuchten.

In einem berufspraktischen Teil umriss Schweißfachingenieur Peter Eich, Leiter der Schweißtechnischen Lehranstalt (SL) bei der HwK Koblenz, die Anwendungsbereiche der Schweißtechnik anhand betrieblicher Forderungen. Die Vielzahl der dabei zu beachtenden Normen definiere Schweißen als einen speziellen Prozess. Um den Qualifikationsanforderungen gerecht zu werden, seien schrittweise nationale Schulungskonzepte in EU- und internationale Konzepte umgesetzt worden. Die Qualifizierung erfolge modular, was große Flexibilität eröffne. Die SL biete Schulungen zum Schweißen von Stählen, Nichteisen-Metallen und Kunststoffen in allen Schweißverfahren an, verfüge über ein eigenes Prüflabor und vergebe nach erfolgreicher Prüfung europäische und international gültige Schweißerbriefe.

Bei der Qualifizierungsberatung von Soldaten werde die im Einzelfall benötigte Schweißerprüfung und das verfügbare Budget über den Berufsförderungsdienst der Bundeswehr (BFD) ermittelt, persönliche Vorerfahrung durch ein Fachgespräch sowie eine schweißtechnische Arbeitsprobe überprüft, bevor ein maßgeschneidertes und bedarfsbezogenes Qualifizierungsangebot erstellt werde.

Am Beispiel von zwei ehemaligen SaZ wurde aufgezeigt, wie Integration in den Zivilberuf gelingen kann. Metallbauergeselle Christian Petermann aus Feilbingert, ehemaliger SaZ 8 und Brandschutzunteroffizier in der Pioniertruppe, hatte wegen häufiger Abwesenheit von seiner Familie die Militärzeit nicht verlängert. Sein Berufsziel „Berufsausbilder Metall“ realisiert er nun über die vom BzBwWi ausgearbeitete Aufstiegsfortbildung zum „Technischen Organisator Metallbautechnik“. Bei einer dreimonatigen „Ausbildung am Arbeitsplatz“ aktualisierte er zunächst seine Fertigkeiten im Metallbau und wurde als Ausbildungsassistent eingesetzt. Nach Absolvieren des Teils III der Meisterprüfung leistet er derzeit ein Betriebspraktikum bei der Lenhart Metallbau GmbH in Bad Sobernheim ab, die ihn später übernehmen will. Im Sommer wird er mit den Teilen I und II der Meistervorbereitung fortfahren. Seine Empfehlungen an ausscheidende SaZ: frühzeitige Zivilberufsentscheidung, etwa drei Jahre vor Dienstzeitende Beratung durch BFD suchen, selbst oder in Kooperation mit dem BzBwWi einen individuellen Förderplan erstellen sowie die BFD-Maßnahmen intensiv nutzen.

Meik Neumann aus Münchwald ist gelernter Feintäschner und war 1980 zunächst Panzergrenadier, bevor er zur Luftwaffe wechselte und zum ehemaligen Jagdbombergeschwader 35 nach Pferdsfeld versetzt wurde. Dort diente er sich als SaZ 12 in der Flugausrüstungsstaffel bis zum „Oberfeldwebel“ und Fachgruppenleiter hoch. Auch er wollte aus familiären Gründen nicht Berufssoldat werden. Bei Bodenbelagsarbeiten in seinem Haus gefiel ihm die Arbeit des Parkettlegers, der ihm auf Anfrage anbot, bei ihm eine Lehre zu absolvieren. Diese schloss er nach 21 Monaten mit der Gesellenprüfung ab und setzte über den BFD dann die Meisterprüfung drauf. Zwei Jahre nach Dienstzeitende gründete er 1994 einen eigenen Parkettlegerbetrieb, in dem er heute einen Lehrling beschäftigt. Seine Empfehlungen: BFD-Angebote nutzen, Praktika absolvieren, die er auch in seinem Unternehmen anbietet, Meistertitel als Qualitätssiegel erwerben.

Abschließend wurden die Arbeitskreismitglieder zu zwei Großveranstaltungen eingeladen: Am 16. Oktober zum „Tag der offenen Tür“ im HwK-Berufsbildungszentrum Bad Kreuznach und am 6. November zur „Nacht der Technik“ im HwK-Metall- und Technologiezentrum in Koblenz.

Stand: 05.05.2010