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Beratungszentrum Bundeswehr-Wirtschaft
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Vielfalt der Handwerksorganisation und ihrer Einrichtungen PDF Drucken E-Mail

Regionaler Arbeitskreis Bundeswehr & Handwerk in der Nahe-Region traf sich zum 30. Mal

Herrstein. Zum 30. Treffen des Arbeitskreises „Bundeswehr & Handwerk“ in der Nahe-Region kamen Vertreter von sieben Truppenteile und Dienststellen der Bundeswehr im HwK-Zentrum für Restaurierung und Denkmalpflege (ZRD) in Herrstein zusammen. Das Treffen im 15. Gründungsjahr des Arbeitskreises informierte die Teilnehmer über die Arbeit des Beratungszentrums Bundeswehr-Wirtschaft (BzBwWi) sowie über zwei Organisationen des heimischen Handwerks.

Hauptgeschäftsführer Gerhard Schlau (r.) präsentiert dem Arbeitskreis Aufgaben und Service-Leistungen der neuen Kreishandwerkerschaft Rhein-Nahe-Hunsrück und veranschaulicht dabei konkrete Hilfsangebote für Soldaten. Foto: HwK
Hauptgeschäftsführer Gerhard Schlau (r.) präsentiert dem Arbeitskreis Aufgaben und Service-Leistungen der neuen Kreishandwerkerschaft Rhein-Nahe-Hunsrück und veranschaulicht dabei konkrete Hilfsangebote für Soldaten. Foto: HwK

Zusammenarbeit Bundeswehr-Wirtschaft

Mit Blick auf das zehnjährige Bestehen des Beratungszentrums unter dem Dach der HwK Koblenz erläuterte dessen Leiter, Oberst d.R. Hans-Joachim Benner, sie selbst gestellten Aufgaben. Sie bestehen in der Information von Multiplikatoren, Unternehmern, Lehrlingen, Soldaten und der Öffentlichkeit, der Beratung von Unternehmen über die Bundeswehr, der Unterstützung von Soldaten bei der zivilberuflichen Integration sowie der Entwicklung von Kooperationsstrukturen, Konzepten und Programmen für Personalgewinnung, -qualifizierung, Beschäftigung und Existenzgründung.

Die Arbeit des BzBwWi reflektiere auf gesamtgesellschaftlich bedeutsame Ausgangspunkte im Personalmanagement. Dazu zählen Fachkräftemangel und demografische Entwicklung, Übergang von Schule, Ausbildung und Beschäftigung, Personalgewinnung, -entwicklung und -qualifizierung innerhalb der Streitkräfte in Kooperation mit der Wirtschaft sowie die Integration ehemaliger Zeitsoldaten in die Wirtschaft.

Benner verdeutlichte dies anhand der konkreten Projekte „Geprüfter Fachkaufmann für Einkauf & Logistik“, die erstmals im Herbst 2009 starten werde, „Luftverkehr und Luftfahrttechnik“ für Industriemeister im Flugzeugbau – hierbei kooperiert das BzBwWi mit der 2. Luftwaffendivision Birkenfeld, der LBA Braunschweig, den IHKs Augsburg und Frankfurt, der AERO-Bildung in München, Trainico in Berlin und verschiedenen Fluggesellschaften –, sowie der „Fachlichen Qualifizierung in verkürzter Form („SaZ-Modell), das kürzlich die ersten Gesellen erfolgreich abgeschlossen haben.

Die neue Kreishandwerkerschaft Rhein-Nahe-Hunsrück

Gerhard Schlau, seit 1984 Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft (KHS) Bad Kreuznach und seit 2008 Hauptgeschäftsführer der aus den KHS Bad Kreuznach und Rhein-Hunsrück fusionierten neuen KHS Rhein-Nahe-Hunsrück (RNH) umschrieb die Aufgaben, die sein „Rathaus des Handwerks“ wahrnimmt. Die KHS wird von den Innungen gebildet, führt für sie die Geschäfte und nimmt die Gesamtinteressen des Handwerks im Zuständigkeitsbereich wahr. Die KHS RNH steht heute für 29 Innungen mit 1.100 Mitgliedsbetrieben, die 18.000 Mitarbeiter und 1.800 Lehrlinge beschäftigen.

Die Schwerpunkte umfassen Beratung zu Betriebsgründung oder -übernahme, Lohn- und Urlaubstarifverhandlungen, Arbeitsgerichtsvertretung, Inkasso, Nachwuchssicherung und berufliche Fortbildung, Bekämpfung von Schwarzarbeit, Versorgungswerk (u.a. Alters- und Hinterbliebenenversorgung, Zusatzversicherung im Falle der Erwerbsminderung, Unfall-, Pflegegeld-, Kfz- und gewerbliche Versicherung), Unterstützung der kommunalen Wirtschaftsförderung, Genossenschaftswesen, Werbung, Öffentlichkeitsarbeit und Prestigebildung für das Handwerk, aber auch Geselligkeit und Informationsaustausch. Die KHS schafft für ihre Mitglieder geldwerte Vorteile, beispielsweise über einen Strompool, Rahmenverträge mit Telekom, Internet-Providern, Automobilindustrie und GEMA.

Obermeister Paul-Gerhard Wagner (2.v.l.) bringt dem Arbeitskreis die Innung Sanitär-Heizung-Klima des Landkreises Bad Kreuznach und sein Hauptanliegen, die Verbesserung der Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für die fachtheoretische Berufsbildung des Handwerkernachwuchses, engagiert nahe. Foto: HwK
Obermeister Paul-Gerhard Wagner (2.v.l.) bringt dem Arbeitskreis die Innung Sanitär-Heizung-Klima des Landkreises Bad Kreuznach und sein Hauptanliegen, die Verbesserung der Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für die fachtheoretische Berufsbildung des Handwerkernachwuchses, engagiert nahe. Foto: HwK

In der Diskussion wurden schlaglichtartig konkrete Hilfsangebote für Soldaten deutlich, die bei der KHS abzurufen sind, etwa Adressen für potenzielle Betriebsübernahmen, Adressen von Firmen, die Fach- und/oder Führungskräfte suchen, Vermittlung von Praktikumsbetrieben oder in Ausbildungscoachings.

Die SHK-Innung Bad Kreuznach

Obermeister Paul-Gerhard Wagner stellte den Teilnehmern abschließend seine Innung vor. Dabei sieht er das Ehrenamt des Obermeisters nicht als präsidial an; vielmehr verlange es im Interesse an der pragmatischen Durchsetzung von Sachzielen eine weitgehende Öffnung, etwa gegenüber der Kreishandwerkerschaft, der Kammer oder auch den Berufsbildungseinrichtungen der Kammer. Daneben verlange es die ständige Bereitschaft, die Flut von Verordnungen, Normen und Technischen Vorschriften im SHK-Handwerk zu sondieren und mit den Innungskollegen zu erörtern, bei Bedarf Nachsteuerungen einzufordern.

Die SHK-Innung Bad Kreuznach ist die drittgrößte auf Landesebene und besteht aus 15 Mitgliedsbetrieben. Regelmäßig finden Obermeister-, Landes- und Zentralverbandstagungen statt, um den Informationstransport sicherzustellen und etwa auf eine Vereinheitlichung der Prüfungsprozeduren hinzuwirken. In einer Zeit, in der sich die Reaktionen auf knapper und teurer werdende Energieressourcen regelrecht überschlagen, ist schnelle Handlungsfähigkeit oberstes Gebot.

Wie Wagner ausführte, sind die Berufsanforderungen im SHK-Handwerk in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Sein Augenmerk gelte besonders den Ausbildungsstandards in der Berufsschule hinsichtlich der Ausstattung der Schulungsräume wie auch der Fachkompetenz der eingesetzten Lehrer. Beides erfülle nicht immer seinen Erwartungen, und es bestehe hier ein dringend zu erfüllender Bedarf an Lehrbeauftragten. Die Aufhebung des Fächerkanons zugunsten von Lernfeldern ist seines Erachtens nicht unbedingt hilfreich bei Lehrlingen, bei denen es bereits an Grundlagenwissen fehle.

Er brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass unsere Gesellschaft Bestrebungen für eine fundamentale Neubesinnung auf den Wert von Arbeit, die bereitwillige Übernahme und Ausfüllung von Gestaltungsfreiräumen sowie eine Anhebung des Ansehens von Handwerk ergreifen möge. Alle für Erziehung und Ausbildung Verantwortlichen – Eltern, Lehrer, Professoren, Dozenten, militärische Vorgesetzte – müssen nach Wagner „ein Beispiel dafür geben und vorleben, dass die Freiheit in einer offenen Gesellschaft jedem einzelnen große Urteils- und Handlungsspielräume vorgibt. Es kommt jedoch auf die eigene Urteilfähigkeit und Beurteilung eines jeden an.“

Stets seien Soldaten im SHK-Handwerk gerne willkommen, müssten sich aber dem Leistungswettbewerb stellen. Erfahrungen in Führung und Organisation seien dabei eindeutige Pluspunkte.

Stand: 07.05.09