| Die bewusst hoch gelegte Hürde erfolgreich genommen |
|
|
|
Freisprechung für die ersten Gesellen aus dem SaZ-Modell einer verkürzten Lehre![]() Stolz auf die erbrachte Leistung: Die frischgebackenen Gesellen mit den Ausbildern, Prüfungsausschüssen und dem Team des Beratungszentrums. Foto: HwK KOBLENZ. In 15 Monaten erfolgreich zum Gesellenbrief? Die Skepsis überwog, als das Beratungszentrum Bundeswehr-Wirtschaft (BzBwWi) unter dem Dach der Handwerkskammer (HwK) Koblenz vor drei Jahren die Idee einer verkürzten Handwerkslehre für Soldaten auf Zeit (SaZ) ab vier Jahren Verpflichtungszeit präsentierte. Die Teilnehmer der ersten Gruppe des Modellversuchs, der im Januar 2008 gestartet ist, haben jetzt die Zweifler durch ihre bestandene Gesellenprüfung widerlegt. „Wer dieses Ziel unbedingt erreichen möchte und sich dafür kompromisslos engagiert, schafft diese komprimierte Form der Ausbildung“, beglückwünschte BzBwWi-Leiter und Oberst d. R. Hans-Joachim Benner die frischgebackenen Gesellen – drei Metallbauer, zwei Feinwerkmechaniker und ein Elektroniker – im Rahmen einer kleinen Freisprechungsfeier im HwK-Metall- und Technologiezentrum in Koblenz. „Sie als die Teilnehmer der ersten Gruppe unseres Modellprojektes haben im Zusammenspiel mit Ihren Lehrbetrieben, den überbetrieblichen Ausbildern und Prüfungsausschüssen der Kammer echte Pionierarbeit geleistet“, fügte Benner hinzu. Inzwischen ist das Koblenzer Projekt in die sechste Runde gestartet und hat damit den Pilotcharakter hinter sich gelassen. Anspruch und VerantwortungOb die für den Berufsförderungsdienst der Bundeswehr (BFD) verantwortlichen Stellen im Bundesministerium der Verteidigung, die Dachverbände der vier Handwerke Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Elektroniker, Feinwerkmechaniker und Metallbauer, in denen das Modellvorhaben gestartet ist, oder auch die HwK selbst – „zurecht haben alle Seiten darauf gedrungen, dass die Qualität der Ausbildung nicht durch die Verkürzung der Lehrzeit ausgehölt wird“, erinnerte Benner an die Vorgespräche. „Deshalb haben wir die Hürde für die interessierten Soldaten bewusst hoch gelegt und beispielsweise eine intensive Eignungsprüfung bei den Zentren für Nachwuchsgewinnung der Bundeswehr vorgeschaltet.“ Zugleich sollte aber insbesondere den kürzer dienenden Soldaten, die ihren Dienst in der Bundeswehr ohne erlernten Beruf antreten und deshalb „nach vier und mehr Jahren zwar entsprechend älter, aber immer noch ohne anerkannten Abschluss dastehen“, eine realisierbare Perspektive im zivilen Erwerbsleben eröffnet werden – zumal die BFD-Förderung für diese Zielgruppe eher gering ausfällt. „Die HwK Koblenz, aus deren Arbeit das Beratungszentrum erwachsen ist, stellt sich mit dieser Initiative ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und leistet einen angesichts des demografischen Wandels wichtigen Beitrag für die Sicherung des Fach- und Führungskräftebedarfs der Betriebe“, beschrieb Oberst d. R. Hans-Joachim Benner den weiteren Horizont der Freisprechung. „In wenigen Jahren vom Lehrling zum qualifizierten Unternehmer: das bietet nur das Handwerk. Ob Meisterbrief oder Studium, der Gesellenbrief eröffnet Ihnen vielfältige Möglichkeiten in der Wirtschaft. Schauen Sie nach vorne, gehen Sie weiter auf dem Weg Ihrer Qualifizierung!“ Lohnendes EngagementEine Aufforderung, die sich auch Rene Lutterbach vom BFD Koblenz zu eigen machte. „Auf den wirklich großen Schritt für jeden Einzelnen von Ihnen persönlich, aber auch als erste Gruppe ein neues Modell zum Erfolg geführt zu haben, müssen in der beruflichen Qualifizierung weitere folgen. Machen Sie weiter!“ Dass den sechs erfolgreichen SaZ ein Angebot über eine Folgebeschäftigung vorliegt, unterstreicht für ihn die Schlüssigkeit des Konzeptes. Günter Weber hat als Berufsschullehrer und Vorsitzender des HwK-Prüfungsausschusses für die Feinwerkmechaniker einen Unterschied zu den regulären Gesellenanwärtern ausgemacht. „Das Weniger an Berufspraxis im Alltag haben Sie durch Engagement und Persönlichkeit wettgemacht. Wir übergeben Ihnen die Gesellenbriefe guten Gewissens.“ Elektrotechnikermeister und Vorsitzender des HwK-Gesellenprüfungsausschusses der Elektroniker – Fachrichtung Automatisierungstechnik, Detlef Birkenheier vom Berufsförderungswerk Koblenz in Vallendar als Partner in der Ausbildung seiner Berufsgruppe wies ergänzend darauf hin, dass die Soldaten Zeitdefizite durch zum Lernen genutzte Freizeit und Urlaubsansprüche ausgeglichen hätten. Auch die ausbildenden Betriebe haben Neuland betreten. Stellvertretend für sie beschreibt Maschinenbauermeister und Metallbauermeister Bernd Speckhahn, Inhaber des gleichnamigen Stahl- und Maschinenbaubetriebes in Wittingen-Radebeck, seine Erfahrungen: „Wir waren sehr skeptisch gegenüber der verkürzten Lehrzeit, das ist für uns als Unternehmer genauso Neuland wie für die Belegschaft. Thomas Schulze hat sich mit seinem Willen und seiner Leistungsbereitschaft, aber auch als Person, die Lebenserfahrung vermittelt, so gut verkauft, dass wir uns auf das Projekt eingelassen haben. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Lehre haben wir ihn als Gesellen übernommen – und inzwischen auch einen zweiten Soldaten in die Lehre genommen. Zusammenfassend sind wir überaus positiv angetan von der gesamten Maßnahme.“ Informationen zum Beratungszentrum Bundeswehr-Wirtschaft, Tel.: 0261/ 398-127, Fax: -934, E-Mail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können Stand: 08.05.2009 |






Zurück
Seitenanfang